Inverse Bestrahlungsplanung
Die inverse (umgekehrte) Bestrahlungsplanung ist die konsequente Fortstzung der 3D-Planung. Wo bei der 3D-Planung noch der Medizinphysiker durch Erfahrung und Ausprobieren eine möglichst gute Anordnung der Bestrahlungsfelder herausfinden musste, kommen heute zusätzliche Computerprogramme zum Einsatz, die bei diesen Optimierungsaufgaben helfen. Der prinzipielle Ablauf ist der gleiche wie bei der 3D-Planung. Zuerst werden das Zielvolumen und die Risikoorgane im CT-Modell des Patienten eingezeichnet. Bevor nun aber der Bestrahlungsplan erstellt wird, muss zusätzlich sehr genau definiert werden, welche Risikobereich welche Dosiswerte nicht überschreiten sollen. Jetzt wird nicht wie bisher Medizinphysiker und Arzt Richtung und Form der Bestrahlungsfelder vorgeben, sondern die Planungsprogramme. Wo die Vorstellungskraft des Menschen bei 5-10 Bestrahlungsfeldern endet, kann der Computer aus fast beliebig vielen Richtungen und Bestrahlungsfeldern den optimalen Bestrahlungsplan errechnen. Diese Berechnungen hätten früher vielen Stunden gedauert und sind dank neuer Computergenerationen heute in wenigen Minuten möglich. Damit ist es uns möglich, komplizierte, verwinkelte und schlecht zugängliche Bereiche im Körper besser und schonender zu bestrahlen.
Dr. med. Martin Nausner
Christoph Güßbacher
Andrea Schmidt
Fachärzte für Strahlentherapie
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